Berner SP plant Volksinitiative gegen "Killerspiele"

  • Jerome
  • 31. März 2009
  • Politik
  • 65646

Die Berner SP und ihr Rudelsführer Roland Näf will im Kampf gegen die Killerspiele einen Schritt weiter gehen. Wie die Aargauer Zeitung vom 27. März 2009 schreibt, sei eine Volksinitiative geplant, wenn der Bundesrat die bereits eingereichte Standesinitiative ablehnen wird.

Der Amokläufer von Winnenden (D) liebte  Killerspiele . Nun erhöht sich der Druck, solche Spiele zu verbieten. Der Berner SP-Grossrat Roland Näf gründet eine Lobbygruppe und spricht von einer Volksinitiative.

«Ich denke, dass eine Volksinitiative für das Verbot von Killerspielen gute Chancen hätte», sagt Roland Näf, Berner SP-Grossrat und Galionsfigur im Kampf gegen so genannte  Killerspiele. Näf ist überzeugt: Der Konsum von Killerspielen fördert gewalttätiges Verhalten. Deshalb spielt der Sozialwissenschafter mit dem Gedanken, zu einem späteren Zeitpunkt eine Volksinitiative zu lancieren › als Plan B.

Plan A ist eine Standesinitiative des Kantons Bern, die ein Verbot von Computerspielen fordert, in denen grausame Gewalt belohnt wird. Die Initiative wurde im April 2008 eingereicht und liegt derzeit beim Bundesrat, wie Näf sagt. Ihr Erfolg ist ungewiss. Der Bundesrat hat in der Vergangenheit ähnliche Vorstösse zur Ablehnung empfohlen. Die Begründung: Mit dem so genannten Brutalo-Artikel im Strafgesetzbuch seien eindringliche Darstellungen grausamer Gewalttätigkeiten bereits verboten. Es sei die Aufgabe der Kantone, die Straftaten von Amtes wegen zu verfolgen.

SP-Grossrat Roland Näf gibt sich mit dieser Antwort nicht zufrieden. In seinen Augen ist der Brutaloartikel zu vage formuliert, um ein juristisches Vorgehen gegen brutale Killerspiele zu erlauben. Näf selbst war im Sommer 2008 mit einer Klage gegen eine Mediamarkt-Filiale gescheitert, die das Spiel «Stranglehold» verkauft hatte. Nach diesem Misserfolg lancierte er eine nationale «Vereinigung gegen mediale Gewalt». Diese wird am 28. April in Bern gegründet und hat zum Ziel, im Parlament Lobbying zu betreiben. Gleichzeitig nimmt Roland Näf den Fachhandel wieder ins Visier. Er prüft eine Klage gegen eine Multimedia-Kette, die «Manhunt 2» anbietet. Das Computerspiel ist in Grossbritannien verboten. Computer-Gamer reagieren derweilen gereizt auf Näfs Kampagne. Im Forum «World of Games» steht: «Warum ein Verbot? Wäre es nicht besser, wenn man Eltern oder Händler bestraft, die Minderjährige diese Spiele spielen lassen?»

Aargauer Zeitung / MLZ 27.03.2009, Seite 3

Unglaublich, was Roland Näf zur Zeit alles herausposaunt. Aber es ist schliesslich wichtig im Gespräch zu bleiben, und die Chance beim Nacken zu packen. Wer weiss wann der nächste Amoklauf passieren wird, und Näf wieder aus den entsetzten Gemüter der Bevölkerung für seine politischen Aktivitäten einen Nutzen ziehen kann..

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