Während in der Schweiz zurzeit darüber debattiert wird, wie man der weltweiten Spieleindustrie am besten vorschreiben kann, was diese produzieren darf und was nicht, haben andere Länder den wirtschaftlichen, aber auch kulturellen Wert von Computerspielen längst anerkannt.

So wurde vergangene Woche bekannt, dass die kanadische Spieleschmiede Silicon Knights (Too Human) einen Staatsbeitrag über knapp 4 Mio. kanadische Dollar erhält. Der Beitrag, welcher von der lokalen Politik als Wirtschaftsförderung der Niagara-Region betrachtet wird, soll in die Entwicklung eines neuen Multiplattform-Titels investiert werden und schafft unmittelbar 65 neue Arbeitsplätze.

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Am Montag den 15. März fand in der Spitalacker Schule in Bern die von Tink organisierte Podiumsdiskussion statt, an der bekannte Namen wie Roland Näf oder Dr. Prof. Thomas Merz, der auch schon in Uzwil dabei war, Regina Wälti, eine besorgte Mutter, und Lorenz Schnegg, ein betroffener Gamer, sowie GameRights Repräsentant Patrick Gander diskutierten.

Wie auch die Reaktionen auf das Tink-Interview mit Herrn Näf, Anstoss für das Podium, war auch die anschliessende Diskussion sehr kritisch dem Verbot und Herrn Näf gegenüber, was sich auch im späteren Tink-Artikel zum Podium bestätigte.

Da jedoch Bilder mehr als tausend Wörter sagen, insbesondere wenn es ein Video ist, hier das letzte Woche veröffentlichte Video der Podiumsdiskussion, in voller Länge und ungeschnitten.

Schaut das Video, bildet euch eure Meinung zum Podium und teilt sie und im Forum mit.

An dieser Stelle noch ein grosses Danke an alle GameRights-Mitglieder, die an der Podiumsdiskussion anwesend waren.

Knapp vor 19 Uhr am 18. März 2010 hat der Ständerat die Motion 09.3422 von Frau Allemann mit 19 zu 12 Stimmen angenommen, nachdem wenige Minuten vorher die Motion 07.3870 von Herrn Nationalrat Norbert Hochreutener ebenfalls angenommen wurde (27 zu 1). Zwei Motionen die sich in Ihrer Natur per se beissen, verlangt doch die Motion des CVP-Mannes mehr Regulierung und Jugendschutz und die des VGMG-Auslegers ein Verbot von jedem Spiel in dem „grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen und menschenähnliche Wesen zum Spielerfolg beitragen“.
Und dies umfasst so ziemlich jedes Action-Game auf dem Markt, etwas dass man wissen würde, und sollte, wenn man sich mit dem Thema befasst.

Letzten Freitag fand im Gemeindesaal Uzwil die Fachtagung „Darstellungen und mögliche Auswirkungen von Gewalt in Games und Medien auf Kinder und Jugendliche“ zur „Killerspiele“-Problematik statt. An dem gut besuchten Event referierten Peter Züger, Präsident der SIEA, Marc Bodmer, Dozent am Institut für angewandte Psychologie und Journalist beim Tagesanzeiger, Thomas Merz-Abt, Medienpädagoge und Dozent für Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Zürich sowie GameRights-Präsident Thomas Riediker.


Viele interessante Aspekte und Argumente wurden dem interessierten Publikum, unter welchem sich auch mehrere Mitglieder des Kantonsrates St. Gallen befanden, der am 26. Mai 2009 dem Bund eine Standesinitiative für eine totales Verbot von Gewalt inszenierenden Games überreichte, präsentiert und dargelegt. Unter dem Strich kann man ein äusserst positives Fazit ziehen.


Folgend eine kleine Zusammenfassung mit den Schlüsselpunkten der verschiedenen Referate.

Wie bereits diversen Medienberichten zu entnehmen war, wird nun auch der Kanton Luzern eine Standesinitiative ausarbeiten, welche ein Verbot sogenannter "Killerspiele" fordert. Auffällig ist, dass einmal mehr die SP bei der Lancierung der Motion federführend war und dass die Einleitung im Motionstext in Luzern jenem auf dem Berner Grossrat zum verwechseln ähnlich ist.

Motion Berner Grosser Rat, Roland Näf (SP)
Motion Luzerner Regierungsrat, Jacqueline Mennel (SP)

Vergangene Woche erlag ein Lehrer der Technischen Berufsschule in Ludwigshafen seinen schweren Verletzungen, welche ihm zuvor von einem 23-jährigen Ex-Schüler - angeblich aus Wut auf schlechte Noten - mit einem Messer zugefügt worden sind. Von einem Amoklauf will jedoch weder Polizei noch Staatsanwaltschaft sprechen.

Auch der Kriminologe Christian Pfeiffer, welcher sich in der Vergangenheit bereits für ein Verbot von Actiongames (sog. „Killerspielen“) ausgesprochen hatte, nahm zum Vorfall Stellung. Diesmal jedoch auf eine überraschend aufgeklärte Art und Weise:

"Noch nie ist ein Amoklauf dadurch entstanden, dass jemand Computerspiele gespielt hat."
Quelle: rp-online.de: "Amokläufe kaum zu verhindern". 24. Februar 2010. Link zur Quelle

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